Marine Küstenbatterie Cézembre

1942 begann die Kriegsmarine mit dem Bau einer Geschützbatterie auf der vor der Stadt Saint-Malo gelegenen Île de Cézembre in der Bretagne. Die Batterie bestand aus sechs französischen 194-mm-Kanonen, die auf Schienen in einer offenen Ringbettung eingebaut waren und daher ein Schussfeld von 360° hatten. Für die Feuerleitung der Kanonen aus dem Jahr 1870 mit einer Reichweite von 15 km wurde ein großer Kommandobunker (M157) errichtet. Zum Schutz der Batterie wurden mehrere über die Insel verteilte Flak-Stellungen sowie Munitions- und Mannschaftsbunker gebaut.

Cézembre war Teil der „Festung Saint-Malo“, war aber, nachdem die Amerikaner Anfang August die Stadt selbst erobert hatten, völlig isoliert. Die aus fast 500 deutschen und italienischen Soldaten bestehende Garnison weigerte sich jedoch, sich zu ergeben, so dass die Insel in der darauffolgenden Woche zu dem am stärksten bombardierten Gebiet im gesamten Zweiten Weltkrieg wurde. Sowohl von See und vom Land als auch aus der Luft wurde die Insel bis zur Unkenntlichkeit beschossen und bombardiert. Die Deutschen versuchten, Nachschub von der Insel Jersey nach Cézembre zu bringen dabei gleichzeitig mehrere Schwerverwundete zu evakuieren, aber der massive Beschuss zwang die Besatzung schließlich zur Aufgabe. Dies geschah aber erst am 2. September und erst nachdem die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen war.

Aufgrund dieses massiven Beschusses im August 1944 sind große Teile der Insel noch heute mit Blindgängern verseucht und übersät mit Einschlagtrichtern. Ein Großteil der Insel ist daher eingezäunt und darf nicht betreten werden.