V2 Feldspeicher 505

Bereits 1943, über ein Jahr bevor die ersten V2-Raketen gegen England verschossen wurden, begannen die Deutschen in Nordfrankreich mit dem Aufbau der erforderlichen Logistik für das Verschießen der Raketen. Die V2-Raketen wurden in Deutschland gebaut und per Eisenbahn nach Nordfrankreich transportiert, wo sie zunächst in großen Nachschublagern eingelagert und später zu Feldspeichern weiter transportiert wurden, in denen man sie für das Verschießen fertig machte.

Von hier aus wurden sie entweder direkt zu den festen Raketenabschussstützpunkten transportiert oder sie wurden von den mobilen Abschusseinheiten abgeholt.

Im Sommer 1943 wurde ostwärts der Stadt La Motte-au-Bois einer dieser Feldspeicher errichtet, in dem Platz für 30 Raketen war. Der Transport der Raketen durch den Wald erfolgte mit einer Schmalspurbahn. Gelagert wurden die Raketen in U-förmigen Erdbunkern, die mit Tarnnetzen oder Holzdächern getarnt waren. Die Vorbereitung erfolgte in Bunkern im umliegenden Wald, deren Decke aus 350 cm dickem Stahlbeton bestand.

Der Wald wurde von den Alliierten mehrfach erfolglos bombardiert, wobei das Lager von den Deutschen allerdings nie benutzt wurde. Die ersten V2-Raketen trafen England im September 1944 – zu diesem Zeitpunkt war das Gebiet, in der sich das Lager von La Motte-au-Bois befand schon von alliierten Truppen besetzt. Wer den Wald heute besucht, kann die großen Bunker noch immer sehen.