Rustungsfabrik Nautilus

Anfang 1944 hatten die Alliierten die Lufthoheit über Deutschland erlangt und bombardierten die großen deutschen Industriestädte fast täglich. In dem Bemühen, die Produktion aufrecht zu erhalten, wurde ein Teil der deutschen Kriegsindustrie in bestehende oder neu errichtete Bergwerkstollen nach Süddeutschland verlegt.

Im Herbst 1944 errichteteten die Deutschen in der Lindava Mine eine unterirdische Fabrik für die Firma "Weserflugzeugbau Bremen", die sich zwischen den Dörfern Velenice und Svitava in der Tschechischen Republik befand.

Die Fabrik sollte dort die (Maschinenkanone) MK 108 Bordkanone produzieren, die als Primär-Waffe der Jagdflieger gegen die amerikanischen Flugzeuge der Bomberverbände eingesetzt wurde.

Hundert Jahre zuvor war das Bergwerk die Quelle von Sandstein, dass zur Herstellung von Glas benötigt wurde. Die Bergwerksstollen hatten eine Höhe zwischen 2 bis 4 Metern und gingen 100 Meter tief in den Fels. Die Gesamtfläche der Mine belief sich auf etwa 3.500 m².

Alle militärischen Anlagen, die in bestehenden Bergwerken errichtet wurden, erhielten Decknamen nach Tieren. Der Deckname für die Lindava Mine war "Nautilus" (Tintenfisch).

Nach dem Krieg wurden Bergwerke oft als Lagerstätten genutzt. Im Jahr 2003 bezog der Motorradclubs "Hells Mines" das Bergwerk. Heute ist es für die Öffentlichkeit zugänglich.