Küstenbatterie Nymindegab

Im Sommer 1941 begann das deutsche Heer mit der Errichtung einer Küstenbatterie bei Nymindegab an der Südwestküste Dänemarks, ein weiterer Stützpunkt also im Atlantikwall. Die in den Dünen gelegene Batterie sollte die Südflanke des Rinkøbing Fjord schützen.

Zunächst wurden vier 105 mm. Geschütze in offenen Positionen platziert und die Mannschaft in einfachen Baracken untergebracht.
Ende 1942 begann dann der Bau von Bunkern für die Geschütze (R671), den Befehlsstand (R636) sowie Unterkünfte. Zudem wurden Munitions-, Flugabwehr- und Nahkampfbunker gegossen.

Außer der Batterie in Nymindegab gab es in Dänemark noch 10 weitere solcher Anlagen, alle identisch in Aufbau und Anordnung.
Man verwendete Kanonen mit einer Reichweite von etwa 12 km., die bereits 1913 in Frankreich erbeutet wurden.

Parallel zu Ausbau bzw. Erweiterung der Anlage nutzte das deutsche Heer dieses Gelände für Feldtests diverser neu entwickelter Artilleriebunker.
Östlich der Geschützbatterie baute die Kriegsmarine ab Herbst 1943 eine neue Radarstation, u.a. mit einem Bunkerturm (V174). Auf dessen Spitze wurde ein „Würzburg-Radar“ montiert welches in der Lage war, Schiffe in einer Entfernung bis zu 80 km. zu orten.

Auf den Klippen etwas nördlich der Hauptstraße, aber unmittelbar neben den Heeres- und Marineanlagen, erbaute dann die Luftwaffe ein Camp zur Ausbildung von Flak-Schützen. Die Ziegelsteingebäude beherbergten Unterkünfte, Kantine und Ausbildungsräume.
Die Zufahrtsstraße aus nördlicher Richtung war von Schutzwällen flankiert und zusätzlich durch einen in die Klippen gebauten Panzerabwehrbunker (R676) gesichert.
Die meisten der Bunker liegen heute von Dünen eingeschlossen oder begraben, sind aber größtenteils noch sichtbar. Auch Teile der Wälle sind noch erkennbar. Der Radarturm wurde in den 70-er Jahren gesprengt.
Nach der Befreiung im Mai 1945 wurde Nymindegab kurze Zeit als Lager für deutsche Flüchtlinge genutzt, dann aber recht schnell von der dänischen Armee übernommen und dient seit den 70-er Jahren der dänischen Heimwehr als Schule.