Flugzeugfabrik Mühldorf - Weingut I

Anfang 1944 hatten die Alliierten die Luftherrschaft über Deutschland errungen und die Bombenangriffe auf die großen Industriestädte war alltäglich geworden. Um die Fortführung der Produktion zu gewährleisten wurde ein Teil der Rüstungsindustrie in bestehende oder neu zu schaffende unterirdische Anlagen verbracht, von denen viele in Süddeutschland lagen. Der Bedarf an Verlagerungskapazitäten stieg kontinuierlich an. So begannen die Deutschen im Mai 1944 mit der Errichtung eines riesigen Produktionsbunkers im Wald bei Mettenheim. Insgesamt sollten 6 solcher Bunker entstehen, von denen jedoch nur die Projekte in Mettenheim / Mühldorf und dem über 100 km. westlich gelegenen Landsberg begonnen wurden.

Der Bunker in Mettenheim war als ein halb eingegrabenes Stahlbetongewölbe konzipiert, das innen über 30 m. hoch war und 400 m. lang sein sollte. Die Gewölbedecke sollte 300 cm. dick sein. Darauf sollte schließlich noch eine weitere Erdschicht aufgebracht werden. Der Fabrikbunker sollte ursprünglich alle Fertigungsbetriebe beherbergen, die für die Produktion des Düsenjägers Me 262 erforderlich waren. Aus Platzgründen wurde die Planung aber geändert und der Bunker sollte letztlich nur die Endmontage beherbergen. Die Zulieferbetriebe sollten im Umland angesiedelt werden.

Für die Bauarbeiten wurden Zwangsarbeiter aus dem KZ Dachau eingesetzt. Die Fertigstellung sollte im April 1945 erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt waren die amerikanischen Truppen aber schon so weit auf die Anlage vorgerückt, dass das KZ-Außenlager geräumt wurde. Die Häftlinge wurden auf einen Todesmarsch in Richtung München geschickt. Als die amerikanischen Streitkräfte am 02. Mai 1945 die Baustelle erreichten, waren über 200 m. des Bunkers im Rohbau fertig. 1947 sprengten die Amerikaner das Bauwerk. Bis auf ein Bogensegment brach die Konstruktion zusammen und liegt auch heute noch als riesiges Trümmerfeld im Mettenheimer Forst. Ein über 30 m. langes Bogensegment trotzte der Sprengung. Es überragt noch heute die ehemalige Baustelle und die umstehenden Bäume.