Flugabwehr Berlin

In der Nacht vom 25. auf den 26 August 1940, griffen 29 Bomber der Royal Air Force Berlin an. Dies war der erste Angriff gegen die deutsche Hauptstadt und löste unmittelbar eine Anweisung von Adolf Hitler zum Bau von drei Flaktürme aus. Einer im Westen im Berliner Zoo, einer im Osten in Friedrichshain und einer im Norden, im Homboldthain. In dem Dreieck zwischen den drei Türmen liegt das Zentrum der Stadt und auch der Reichstag als Sitz des Parlaments.

Es entstanden riesige Baustellen, auf denen in großem Umfang Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene eingesetzt wurden.

Allein für den Flakturm im Berliner Zoo wurden täglich über 1.600 Tonnen Baumaterial mit Bahn, Lkw und Lastkähnen geliefert. Der "Zoo"-Turm stand als erstes. Die Baumaßnahmen wurden im April 1941 abgeschlossen.

Während des Krieges wurde Berlin stark bombardiert, und die drei Flaktürme funktionierten sowohl aktiv als auch passiv in der Abwehr. Aktiv durch das Feuer der dort installierten FLAK auf die angreifenden Bomber und passiv durch die Aufnahme von insgesamt mehr als 100.000 Zivilisten die im Inneren der Türme Schutz fanden. Darüber hinaus wurden seit Anfang des Krieges viele Kunstschätze aus Berliner Museen in den Türmen eingelagert, wo sie hinter den dicken Betonmauern sicher vor den Bombenangriffen waren. Auch Krankenhäuser waren in den Türmen untergebracht.

Während des Krieges warfen die Alliierten in mehr als 360 Angriffen über 68.000 Tonnen Bomben auf Berlin. Als die Angriffe aus der Luft im April 1945 endeten, war Berlin eine große Ruine und mehr als 35.000 Zivilisten waren getötet worden. Als die Russen sich am 20. April in die Berliner Vorstadt vorkämpften, griffen die Geschütze der drei Türme in die Bodenkämpfe ein und richteten sich gegen die russischen Panzern und Truppenkonzentrationen. Die Russen konnten die Flaktürme ausschalten und stellten den Beschuss nach einigen erfolglosen Versuchen ein. Sie beschlossen, sie zu isolieren und zu umgehen.

Neben den drei Flaktürmen wurden in Berlin im ganzen Stadtgebiet Flak-Geschütze kleinerer Kaliber auf den Dächern von Fabrikhallen oder auf hölzernen Türmen aufgestellt. Weitere Geschütze waren im freien Gelände und in Parks stationiert. Für die Zivilbevölkerung wurde eine große Anzahl von Hochbunkern und Winkeltürme errichtet. Viele suchten Zuflucht in der U-Bahn, die einen wirksamen Schutz vor Bombenangriffen bot.

Nach dem Krieg wurden die Flaktürme von den Alliierten mit teilweise erheblichem Aufwand beseitigt. Die Sprengungen der riesigen Stahlbetonkonstruktionen brachten oft große Schwierigkeiten mit sich und erforderten mehrere Anläufe. Heute existiert nur noch die Hälfte des Turms im Humboldthain. Humboldthain kann durch Führungen besichtigt werden.

  Im Frühjahr 1945 lernte ich als 14-Jähriger den Zoo-Bunker kennen. An einem Vormittag war ich gerade in dieser Gegend als es Flieger-Alarm gab. Ich staunte über die dicken Wände von ca 4 m. Viele suchten Schutz in dem Bunker. Ich ging hinein und man verteilte sich über mehrere Stockwerke. Neugierig, wie ich war, stieg ich bis zum 4. Stock hinauf und staunte über das Vorhandensein eines Militärlazaretts ! Hoch oben im 4. Stock !

ALS es Entwarnung gab, haben wir eine halbe Stunde gebraucht bis wir aus dem Bunker wieder heraus waren. Es war für mich ein unvergessliches Erlebnis!

Herbert Schaaf