Marine Küstenbatterie Behnke West

Nach der deutschen Besetzung Frankreichs im Mai 1940 übernahm die Kriegsmarine das ehemalige französische Fort de l'Ève. Die Bewaffnung dieser 1859 errichteten Festung war in den Jahren nach 1859 kontinuierlich verbessert worden. 1940 verfügte die Festung über vier 194-mm-Geschütze. Die Deutschen bauten die Festung weiter aus und benannten sie um in Marine-Küsten-Batterie Behncke West.

1941 beschloss die Kriegsmarine, die Batterie auf vier 170 mm. Geschütze umzurüsten, die in getrennten Bunkern (M 270) untergebracht wurden.

Am 28. März 1942 kamen die Geschütze zum Einsatz, als sie das Feuer auf die britischen Schiffe eröffneten, die am Angriff auf Saint Nazaire (Operation Chariot) beteiligt waren. Den Schiffen gelang es allerdings schnell, aus der Reichweite der Geschütze zu entkommen und ihrem Ziel, dem großen Trockendock im Hafen von Saint Nazaire weiter entgegenzufahren.

Im Februar 1944 hatte die Batterie hohen Besuch: während einer großen Inspektionsreise entlang des Atlantikwalls stand auch diese Batterie auf der Besuchsliste von Feldmarschall Erwin Rommel.

Um das Schussfeld zu vergrößern, wurden die Geschütze in den beiden westlichsten Bunkern aus den Anlagen heraus ins Freie verbracht. In den beiden östlichen Bunkern wurde die linke Wand mit Hilfe von Presslufthämmern teilweise aufgebrochen.

Die Geschützbatterie im Fort de L'eve war Teil der Festung von Saint-Nazaire, die – wie einige der anderen U-Boot-Stützpunkte in Frankreich – von den Alliierten nie erobert wurde. Stattdessen wurden diese bei den Angriffen umgangen und belagert.

Der Kampf um Saint Nazaire dauerte bis zum 6. Mai 1945 – die 28.000 Mann starke Besatzung der Festung St. Nazaire ergab sich den Alliierten erst am 11. Mai 1945.